KampagnenKumpan

Wie ich ein Datenproblem zu einem Produkt gemacht habe

Ein System, das Ads-Performance, Marge und Preisposition zusammenbringt, damit Budget dorthin fließt, wo es sich lohnt.


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Der blinde Fleck in Google Shopping

Die PMax-Kampagne spielt nicht alle Produkte aus, obwohl sie im Feed sind. Die Produkttitel sind optimiert, Bilder nachgeschärft, der Feed gepflegt. Trotzdem: manche Artikel bekommen kaum Impressionen, geschweige denn Klicks. Ist das, was der Algorithmus da macht, überhaupt sinnvoll?

Herausfinden lässt es sich. Mühsam. Bericht für Bericht, Tab für Tab in Google Ads, Merchant Center, Shop-Analytics. Überall steckt ein Teil der Wahrheit. Aber niemand liefert die Antwort: Dieses Produkt hat eine gute Marge, wird kaum beworben und verkauft sich im Shop von selbst. Oder: Dieses Produkt frisst Budget, hat eine schlechte Marge und verliert im Preisvergleich.

Genau dieses Muster ist mir in der täglichen Arbeit mit Ads-Accounts immer wieder begegnet. Nicht fehlendes Budget, nicht fehlende Daten, sondern keine Verbindung zwischen beidem.


Einen eigenen Weg finden, weil Scoring mehr Kontext braucht

Natürlich habe ich zunächst geschaut, was es bereits gibt. Tools wie das Performance Scoring von Flowboost gehen in die richtige Richtung, aber sie bleiben eindimensional. Sie bewerten Produkte anhand der Ads-Performance, ohne Marge, Preisposition oder organische Shop-Performance einzubeziehen. Ein Produkt, das in Ads gut läuft, aber kaum Gewinn bringt, sieht dort genauso grün aus wie ein echtes Top-Produkt.

Die Kernfrage war: Welches Produkt verdient heute Werbebudget, und welches nicht? Dafür braucht es keine KI, sondern klare betriebswirtschaftliche Logik. Ich habe mich bewusst gegen Fixwerte entschieden und stattdessen auf Perzentil-basiertes Scoring gesetzt, weil jedes Sortiment anders ist und statische Schwellwerte schnell veralten.

Statt eines weiteren Dashboards wollte ich ein System, das täglich automatisch einen klaren Handlungstyp je Produkt ausgibt, direkt nutzbar in der Kampagnensteuerung über einen GMC Supplemental Feed.


Was entstanden ist

Heraus kam ein System, das täglich Daten aus fünf Quellen aggregiert und für jedes Produkt einen klaren Handlungstyp ausgibt. Die Screenshots zeigen den aktuellen Stand.

Dashboard-Übersicht: alle Produkte auf einen Blick

Performance-Scoring: Perzentil-basierte Produktklassifizierung

Preisanalyse: Marktvergleich je Produkt

Marketingbewertung: Gesamtscore aus vier Dimensionen


Was ich dabei gelernt habe

  • Datenhygiene ist das eigentliche Problem, nicht die Analyse: Bevor ein Score sinnvoll ist, müssen die Rohdaten stimmen.
  • Flexibel gewichtbare Dimensionen sind wichtiger als ein perfekter Algorithmus: Jeder Shop hat andere Prioritäten.
  • Der GMC Supplemental Feed als Export macht das Tool erst wirklich nutzbar in der Kampagnensteuerung: die Brücke zwischen Analyse und Aktion.

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